Kamera

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Allgemeine Angaben
Artikel-Standort:
DE 01917 Kamenz
Zustand:
Gebraucht
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Hasselblad 500 C

Edle 6x6 Spiegelreflexkamera für Mittelformatfilm aus Schweden

2017 © Thomas Gade

Kaum eine Marke für einäugige Spiegelreflexkameras für den Rollfilm ist so bekannt wie Hasselblad. Das schwedische Unternehmen stellte hochwertige Kameras für das 6x6 Format her, die seine Besitzer automatisch in das Profilager einordneten. Für Amateure war die Hasselblad-Ausrüstung meistens zu teuer, während sie in guten Studios nicht fehlen durfte.

Seit 1962 waren Kameras von Hasselblad an Bord der Raumfahrzeuge der NASA. Viele Fotos vom Mond und Ansichten der Erde aus dem All wurden mit Hasselblad-Kameras aus Raumschiffen oder von der Mondoberfläche ausgenommen. Die Hasselblad 500C war erstmals an Bord der Mercury-8 im Oktober 1962 im All. Der Astronaut Walter Schirra, der diese Kamera vorgeschlagen hatte, umrundete sechsmal die Erde und fotografierte sie mit einer Hasselblad 500 C.


Hasselblad 500 C mit Carl Zeiss Planar 80 mm Objektiv. Eine legendäre Schönheit aus der Geschichte der Fotografie. Auch heute ist diese Kamera hervorragend zum Belichten von Mittelformatfilmen geeignet.

Die Kamera besteht aus vier Modulen, nämlich dem Würfel mit Schwingspiegel, Spannkurbel und Auslöser zum Anschluss von austauschbaren Objektiven, Filmmagazinen und Suchern. Als Normalobjektiv gilt die 80 mm Brennweite. Zum Scharfstellen und Prüfen des Bildes wird überwiegend ein Lichtschachtsucher verwendet. Alternativ kann ein Prismensucher eingesetzt werden, der jedoch recht groß ist und wohl deswegen nicht so beliebt ist, obwohl er ein seitenrichtiges Bild zeigt, während es im Lichtschachtsucher spiegelverkehrt ist.

Technische Daten

Hersteller Hasselblad
Bezeichnung Hasselblad 500 C
Produktion 1957 - 1970
Objektiv Standard: Carl Zeiss 2,8 / 80 mm Planar, wechselbar
Verschlusszeiten abhängig vom Objektiv, kürzeste Zeit 1/500 s
Film 120er
Aufnahmeformat 6x6
Gewicht Gehäuse mit Lichtschacht: 576 g / Magazin 120er: 393 g

6x6 Mittelformat auf Rollfilm

Das quadratische 6 × 6 Format wurde durch zweiäugige Spiegelreflexkameras populär. Dieser Kameratyp bietet durch den von oben einzusehenden Lichtschachtsucher praktisch nicht die Möglichkeit, die Kamera mit einem rechteckigen Bild für Aufnahmen im Hoch- oder Querformat anders zu halten. Die einäugige Hasselblad 500C folgt diesem Prinzip. Auch sie wird üblicherweise mit einem Lichtschachtsucher verwendet und muss wegen des quadratischen Formates nicht verschiedenartig gehalten werden, um ein abweichendes Format an die Aufnahmesituation anzupassen.

Im Fotolabor kann ein beliebiger Ausschnitt vergrößert werden, also auch ein rechteckiger. Das relativ große Bildformat bietet dazu genügend Spielraum, um auch bei einem Beschnitt feinkörnige und detailreiche Abzüge herzustellen. Durch das größere Format im Vergleich zum Kleinbild (24 × 36 mm) und noch kleineren Aufnahmeformaten bietet das 6 × 6 Bild eine höhere Qualität. Dafür können auf einem 120er Rollfilm nur zwölf Aufnahmen belichtet werden, während der Standard-Kleinbildfilm 36 Aufnahmen anbietet.  Ein Kompromiss boten die längeren 220er Rollfilme für 24 Aufnahmen. Doch waren sie nicht so beliebt, weil sie einerseits teurer waren und andererseits der Film nicht auf seiner gesamten Länge rückseitig von einem lichtdichten Papier bedeckt war. Viele alte Kameras für Rollfilm haben auf der Rückseite ein kleines Fenster mit einem transparenten Rotfilter, durch den eine Nummerierung auf dem lichtdichten Papier hinter dem Rollfilm zu sehen ist. Solche Kameras können ausschließlich mit 120 Film geladen werden, weil die langen 220 Rollfilme durch diese Öffnungen in der Rückwand belichtet und somit verdorben werden.

Das Arbeiten mit Rollfilmen ist einfacher als die Verwendung der früher üblichen einzelnen Planfilme in noch größeren Formaten. Das 6 × 6 Format ist für viele Fotografen der Königsweg hinsichtlich der Aufnahmeformate. Erfreulicherweise ist die Auswahl an 120er Filmen heute (2019) immer noch groß. Neben dem Kleinbildfilm, der mit Abstand am häufigsten genutzt wird, nimmt der 120er Film den Platz Nummer 2 ein.



Hasselblad 500 C mit Mittelformatfilm von Foma und Kodak

Das würfelförmige Design mit silbernen Kanten und ebenso eingefassten Objektiven wirkt auch etliche Jahrzehnte nach der Herstellung immer noch klassisch und edel. Die Hasselblad 500 C ist keine Action-Kamera. Alles wird manuell eingestellt und daraus ergeben sich Beschränkungen hinsichtlich ihrer sinnvollen Nutzung. Neben dem 80 mm Objektiv ist ein Weitwinkelobjektiv mit rund 50 mm Brennweite sowie ein Teleobjektiv mit ca. 160 mm sinnvoll. Damit lassen sich viele Aufnahmebereiche gut abdecken, wie Landschaft und Porträt. Auch ist damit freihändiges Arbeiten möglich, während deutlich stärkere Teleobjektive ohne Stativ kaum zu verwenden sind, weil das Scharfstellen mit dem Lichtschachtsucher immer schwieriger wird.


Hasselblad 500 C - Eine legendäre Mittelformatkamera für das Format 6x6

Bedienung mit Feingefühl

Die Hasselblad 500 C funktioniert rein mechanisch und als Fotograf sollte man ein gutes Fingerspitzengefühl für Feinmechanik haben. Das ist nicht anders, als wenn man einen Oldtimer der Straße fährt oder ein klassisches Boot aus Holz, das schon ein halbes Jahrundert alt ist. Du musst das Gerät kennen und darfst nie Gewalt anwenden!Es gibt die Gebrauchsanleitung zum Download im Internet:

http://hasselblad.de-manual.com/d-500-c.html

Falls etwas mit dem nötigen Druck nicht geht, machst du fast immer etwas falsch. Beispiele:

- Das Objektiv ist nur bei gespanntem Verschluss abzunehmen oder anzubringen.
- Wenn sich nach dem Spannen der Auslöser nicht betätigen lässt, steckt der lichtdichte Schieber noch im Magazin.

Gymnastik für die Mechanik

Diese feinmechanische Kamera muss benutzt werden. Wird sie länger nicht verwendet, ist der Verschluss vorher zu entspannen (auslösen). Die Blende im Objektiv wird nach längerer Zeit (Jahre) Tatenlosigkeit träge. Meistens bringen einige Auslösungen sie wieder auf Trab. Zum Training wird die kleinste Blende eingestellt und rund 20 bis 50 mal ohne Film und Magazin gespannt und ausgelöst. Hält man die Kamera zum Licht und guckt von der Rückseite in das Gehäuse, ist zu sehen, dass die Blende wieder flotter wird. Falls nicht, ist das Öl so verharzt, dass eine Reinigung mit Waschbenzin nötig ist. Ein Fall für die Werkstatt oder den handwerklich geschickten Fotografen.


Hasselblad 500 C Spiegelreflexkamera mit aufgeklapptem Lichtschacht und Carl Zeiss Planar 80 mm Objektiv

Die Objektive der Hasselblad enthalten Zentralverschlüsse. Die Belichtungszeit wird daher am Objektiv eingestellt. Und an ihm befindet sich auch der Anschluss für das Blitzkabel. Da die Belichtungszeit nicht durch einen Schlitzverschluss vor dem Film bestimmt wird, sondern durch das Öffnen einer geschlossenen Blende aus Lamellen im Objektiv, werden alle Teile des Films gleichzeitig belichtet. Dadurch ist es möglich, auch mit kürzesten Belichtungszeiten zu blitzen.


Standardobjektiv: Carl Zeiss Planer 1:2.8 f=80mm. Eine tadellose Optik

Die silberne Fassung des Objektivs wirkt edler als spätere schwarze Versionen. Wenn schon klassisch, dann richtig, gilt hier. Wenigstens das Normalobjektiv sollte den authentischen Oldtimer-Look aufweisen.


Hasselblad 500 C Spiegelreflexkamera

Rechte Seite der Hasselblad 500 C. Sie wirkt schlicht und sogar langweilig. Am Bügel des Schiebersvor dem Magazin ist erkennbar, ob dieser Lichtschutz eingesetzt ist. Nur dann kann man das Magazin mit einem teilbelichteten Film abmachen. Anderenfalls würde man ein Stück des Films bei Magazinwechsel den Licht aussetzen und damit verderben.  Beim Gebrauchtkauf einer solchen Kamera ist darauf zu achten, dass jedes Magazin mit einem Schieber ausgestattet ist.


Hasselblad 500 C Spiegelreflexkamera: Lichtschacht, Objektiv, Gehäuse, Magazin

Dieses Bild zeigt das modulare Prinzip der Hasselblad 500C. Es gibt verschiedene Sucher, zahlreiche Brennweiten und Wechselmagazine für 220 und 120 Rollfilm. Der lange 220 Rollfilm für 24 Aufnahmen im Format 6x6 ist heute nicht mehr zu bekommen. Es gibt jedoch noch diverse 120 Rollfilme, auf den zwölf Aufnahmen im Format 6x6 passen.



Das würfelförmige Gehäuse. Blick auf den Spiegel.


Das Magazin enthält eine Filmhalter und einen Schieber zum Verschließen.

Austausch der Lichtdichtungen des Magazins

Der Schaumstoff der Lichtdichtungen des Magazin ist nach vielen Jahren häufig zu einer schmierigen, klebrigen Substanz geworden sein. Sie sind leicht auszutauschen. Dazu schraubt man den Blechrahmen über die Führung des lichtdichten Schiebers ab. Danach liegen die alten Dichtungen frei. Mit einem Messer werden sie abgeschabt und die klebrigen Reste lassen sich mit Xylol abwischen. Ein dünner samtartiger Stoff dient als Ersatz. Um die kleinen Schrauben nicht zu verlieren, legt man das Magazin beim Auseinandernehmen und Zusammenschrauben am besten in eine Schüssel oder Plastikwanne, damit sie beim Abfallen in dem Behälter bleiben und leicht gefunden werden können. Die Arbeit ist nicht schwer, verlangt aber ein gewisses Maß an handwerklichem Geschick und ein Gespür für das Material, um keine Schäden zu bewirken. An die Beschaffung geeigneten Dichtungsmaterials ist vorher zu denken.



Ansicht vom Magazin nach dem Abschrauben des vorderen Rahmens, unter dem sich die defekten Dichtungen befinden. Die kleinen Schrauben werden mit einem Feinmechaniker- Schraubenzieher  entfernt und später wieder eingesetzt. Um sie nicht zu verlieren, sind sie in kleine Plastikschüssel gelegt worden. Zum Abziehen der alten Dichtung kann ein Teppichmesser oder ein Skalpell verwendet werden.

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